Kratzmöbel für Katzen selber bauen
Katzen kratzen nicht nur, um ihre Krallen abzunutzen. Dabei strecken sie ihren Körper, hinterlassen Duft- und sichtbare Markierungen – und folgen einem ganz normalen Katzenverhalten.
Einen eigenen Kratzbaum zu bauen, muss nicht kompliziert sein. Ein einfacher DIY-Kratzbaum für Katzen lässt sich aus Holz, Sisalseil oder Karton herstellen – je nachdem, welche Oberfläche und Kratzposition Ihre Katze bevorzugt. Wichtiger als die Optik sind Stabilität, ausreichende Größe und ein Platz, an dem Ihre Katze ihn tatsächlich nutzen möchte.
Zuerst beobachten, wie Ihre Katze kratzt
Nicht jede Katze nutzt einen Kratzbaum gleich. Manche bevorzugen eine hohe, senkrechte Säule. Andere kratzen am Teppich oder an der Sofaseite und fühlen sich mit einer waagerechten Fläche wohler.
Beobachten Sie einige Tage lang, wo und wie Ihre Katze kratzt, bevor Sie mit dem Bau beginnen.
Stellt sie sich auf die Hinterbeine und streckt beim Kratzen die Vorderpfoten weit nach oben, ist ein senkrechter Kratzbaum sinnvoll. Konzentriert sie sich auf den Teppich, passt möglicherweise ein niedriges oder vollständig waagerechtes Kratzbrett besser.
Ihre Katze zeigt Ihnen im Grunde selbst, was Sie bauen sollten.
DIY-Kratzbaum aus Holz und Sisal
Eine der einfachsten Varianten ist ein stabiles Holzstück, das eng mit Sisalseil umwickelt wird.
Sie benötigen ein Holzbrett oder einen Pfosten, Sisalseil und eine sichere Befestigung. Soll der Kratzbaum frei stehen, braucht er außerdem eine ausreichend breite und schwere Bodenplatte.
Wickeln Sie das Seil straff und ohne Lücken, Reihe für Reihe direkt nebeneinander. Befestigen Sie die Enden dort, wo Ihre Katze sie beim Kratzen normalerweise nicht erreicht. Freiliegende Klammern, Nägel oder scharfe Kanten sind ein unnötiges Risiko.
Achten Sie bei einem senkrechten Kratzbaum auch auf die Höhe. Ihre Katze sollte sich beim Kratzen bequem ausstrecken können, statt nur die untersten Zentimeter zu erreichen.
Alternativ: ein Kratzbrett aus Karton
Bevorzugt Ihre Katze waagerechte Flächen, ist Wellpappe eine einfache Alternative.
Schneiden Sie gleich breite Kartonstreifen zu und setzen Sie sie dicht nebeneinander zu einer niedrigen, stabilen Kratzfläche zusammen. Ist der Karton abgenutzt, lässt er sich einfach ersetzen.
Ein Vorteil eines selbstgemachten Kratzbretts aus Karton ist die einfache Herstellung. Zugleich finden Sie damit unkompliziert heraus, ob Ihre Katze diese Oberfläche mag, bevor Sie in eine dauerhaftere Lösung investieren.
Karton nutzt sich nach und nach ab. Rechnen Sie deshalb damit, gelegentlich kleine Stücke rund um das Kratzbrett aufzusammeln.
Stabilität ist wichtiger als Aussehen
Kippt oder verrutscht ein Kratzbaum bei der ersten Nutzung, verliert die Katze möglicherweise schnell das Interesse.
Das gilt besonders für hohe Kratzbäume. Die Bodenplatte muss breit und schwer genug sein, um den Pfosten stabil zu halten. Alternativ lässt sich das Kratzelement sicher an einer Wand oder einer anderen festen Konstruktion befestigen.
Drücken und ziehen Sie vor der ersten Nutzung mit ähnlich viel Kraft am Kratzbaum, wie eine Katze beim Strecken aufbringen könnte. Bewegt oder wackelt er deutlich, verbessern Sie zunächst die Konstruktion.
Prüfen Sie auch Seil, Karton und Befestigungen regelmäßig. Lose Teile sollten repariert werden, bevor Ihre Katze sie herauszieht.
Der richtige Platz für einen selbstgemachten Kratzbaum
Auch ein gut gebauter Kratzbaum bleibt möglicherweise ungenutzt, wenn er an einem Ort steht, den Ihre Katze nicht aufsuchen möchte.
Kratzt Ihre Katze bereits an einer bestimmten Sofaecke, hilft ein neuer Kratzbaum auf der anderen Seite des Raumes wahrscheinlich wenig. Stellen Sie ihn zunächst direkt neben den bereits gewählten Platz.
Auch in der Nähe eines Schlafplatzes kann er gut funktionieren. Katzen strecken sich häufig nach dem Aufwachen, und Kratzen kann Teil dieser Routine sein.
Nutzt Ihre Katze den neuen Kratzbaum regelmäßig, können Sie ihn bei Bedarf später schrittweise versetzen.
Was tun, wenn die Katze den Kratzbaum ignoriert?
Führen Sie die Pfoten nicht über die Fläche, um Ihre Katze zur Nutzung zu zwingen. Prüfen Sie stattdessen drei Dinge: Material, Ausrichtung und Standort.
Kratzt eine Katze weiterhin am Teppich, möchte sie vielleicht einfach keinen senkrechten Pfosten. Kehrt sie immer wieder zum Sofa zurück, steht der neue Kratzbaum womöglich am falschen Platz.
Gemeinsames Spielen in der Nähe kann helfen. Oder locken Sie Ihre Katze mit einem Lieblingsspielzeug an die neue Kratzfläche, damit sie sie von selbst erkundet.
Manchmal braucht es allerdings einfach Zeit. Am ersten Tag ist der neue Kratzbaum womöglich deutlich weniger interessant als der Karton, in dem das Baumaterial geliefert wurde.